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Altstadt, 8180 Bülach ZH 

Stand der Informationen: 20.7.2009
 
Gebiet: Kasernenstrasse / Schaffhauserstrasse / Poststrasse
Zone in Kraft seit: 2004.
"Die Bevölkerung will eine Begegnungszone" - dies stand aus der Sicht des Stadtrats nach der einjährigen Versuchsphase (2003 - 2004) der Begegnungszone im Bülacher Städtchen fest. Da sich nach diesem Jahr aber nur geringfügige Veränderungen in den Gehgewohnheiten der Städtchenbesuchenden beobachten liessen, wurden von der Stadt zusätzliche Gestaltungsmassnahmen beschlossen. Dazu gehörte auch die Entfernung der Trottoirs, welche die Fussgängerinnen und Fussgänger dazu motivieren soll, die gesamte "Strassenbreite" zu benutzen.

Eines der wichtigsten Ziele, welche der Stadtrat ins Legislaturprogramm 1998 bis 2002 und in das darauffolgende Programm 2002 bis 2006 aufnahm, ist die Verkehrsberuhigung in der Altstadt und deren lebendiges und attraktives Erscheinungsbild. Die Altstadt soll leben und zum Ort der Begegnung werden. Um dieses Ziel umzusetzen, beschloss der Stadtrat am 26.02.2003 die Einführung einer Begegnungszone in der Bülacher Altstadt als erste Etappe zur Verkehrsberuhigung und Attraktivitätssteigerung der Kernzone. Mit der Einführung der Begegnungszone musste das Gestaltungskonzept "Die neue Altstadt" in seinen Grundsätzen überdacht und überarbeitet werden.

Um das Miteinander von motorisiertem Verkehr, Velofahrern und Fussgängern zu verwirklichen bzw. die ursprüngliche Trennung zwischen den Verkehrsteilnehmern zu überwinden, mussten die Trottoirs in der gesamten Begegnungszone aufgehoben werden. Dies bot Gelegenheit zu einer Neubeurteilung des Altstadtkonzepts. Ein wichtiger Aspekt ist die Funktion der Seitenstrassen und -gassen in ihrer Beziehung zur Marktgasse.

Mit der Realisierung der Umgestaltung der Marktgasse, welcher eine zentrale Funktion zukommt, begann in den Jahren 2006 und 2007 die Umsetzung des überarbeiteten Konzepts.

Angaben zur Gemeinde

8180 Bülach ZH, 17165 EinwohnerInnen. Gemeindenr. 53

Beschreibung

Geschichtlicher Abriss von Idee bis Realisierung

Bauphase / Planung

Seit längerer Zeit ist die Lösung der Verkehrsproblematik Gegenstand stadträtlicher Zielsetzungen. Die Suche nach einer optimalen Verkehrsregelung in der Altstadt beschäftigt die Bevölkerung und die städtischen Behörden seit Jahrzehnten.

1975 wurden von den Einwohnern erste Anregungen und Vorschläge eingebracht, die zur Entschärfung der Verkehrssituation in der Altstadt beitragen sollten. Erste wegweisende Massnahmen wurden mit der Einführung des Verkehrskonzeptes "Zentrum" ergriffen, welches auch das Fernhalten des Durchgangverkehrs von der fussgängerfreundlichen Kernzone vorsah. Das Verkehrskonzept "Zentrum" bezweckte u.a. die Entlastung des Stadtkerns vom motorisierten Verkehr durch dessen Umleiten auf die Post- und Schaffhauserstrasse (Staatsstrassen). Die Entlastung der Altstadt vom motorisierten Verkehr wurde auch in der Studie "Leitbild Bülach Nord" aufgegriffen. Die verkehrstechnische Beruhigung der Altstadt als Stadtzentrum wurde darin als Teil des Basiskonzepts für die Evaluation des Leitbildes definiert.

Um die Verkehrssituation in der Altstadt gezielt zu untersuchen und mögliches Verbesserungs- und Verkehrsberuhigungspotenzial zu eruieren, wurde 1993 vom Stadtrat die "Altstadtkommission" gegründet, welche das Verkehrs- und Gestaltungskonzept "Die neue Altstadt" erarbeitete.

Das Konzept "Die neue Altstadt" sollte u.a. unter Gewährleistung der notwendigen Verkehrsbedürfnisse für die Bevölkerung und das Gewerbe die Sicherheit und Attraktivität des Langsamverkehrs sowie die Lebensqualität in der Kernzone verbessern. Aus finanziellen Gründen konnte jedoch das vom Stadtrat im Jahr 1997 genehmigte Verkehrs- und Gestaltungskonzept "Die neue Altstadt" nicht umgesetzt werden.

Nach einer von der Verkehrstechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich eingeräumten einjährigen Versuchsphase sind von derselben kantonalen Stelle zusätzlich bauliche Massnahmen in der Begegnungszone verlangt worden.

Eine vom Stadtrat mit Beschluss im Jahr 2004 gebildete Kommission wurde mit der Umsetzung der Begegnungszone und der Prüfung des Altstadtkonzepts sowie der Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes - basierend auf dem Altstadtkonzept - beauftragt.
Aus finanziellen Gründen sah sich die Altstadtkommission veranlasst, die Umsetzung des Konzepts auf diejenigen Strassenabschnitte zu beschränken, welche einen Gehweg aufweisen. Auf gestalterische Elemente musste weitgehend verzichtet werden. Im Weiteren wurde eine etappenweise Bauausführung über rund 4 Jahre festgelegt. Aufgrund von Verzögerungen infolge des notwendig gewordenen Nachtragkredits dürfte die Realisierung voraussichtlich ein Jahr länger dauern.
Da sich die bestehende Wasserleitung in der unteren Marktgasse zwischen der Poststrasse und dem Rathaus in einem schlechten Zustand befand und bereits mehrere Rohrbrüche auftraten , gelangte das betreffende Teilstück in einer ersten Etappe zur Ausführung.

Beschreibung vorher - nachher

In den Jahren 2006 und 2007 wurden die beiden ersten Etappen untere und obere Marktgasse realisiert. Die Trottoirs wurden entfernt und somit eine Mischverkehrsfläche geschaffen. Die Belagsflächen reichen nun von „Hausfassade zu Hausfassade“. Die Strassenentwässerung erfolgt offen mittels einer gepflästerten Rinne im zentralen Bereich der Verkehrsfläche. Durch diese Massnahme entstand in der ansonsten eingeengt wirkenden Altstadt eine grosszügige Weite. Die beiden Hauptplätze, Rathaus- und Surberplatz mit ihren alten Brunnen, welche neu mit einem Pflastersteinbelag versehen wurden, werten zusammen mit den nun besser zur Geltung kommenden Altstadtliegenschaften das Erscheinungsbild der Altstadt auf. Von Frühling bis Herbst werden die vorhandenen Freiflächen von den Gastronomiebetrieben für Strassencafés und Gartenrestaurants genutzt, was mit den verschiedenen Einkaufsgeschäften zur Belebung der Begegnungszone durch die Bevölkerung beiträgt.

Zusammenarbeit

Öffentlichkeitsarbeit / Einbezug der Bevölkerung und des Gewerbes: Info-Veranstaltung für die Bevölkerung mit Vorstellung des Projektes im Dezember 2005.

Einsitz von Vertretern des Gewerbes (Gruppe Altstadt) in der Kommission Begegnungszone Altstadt.

Kommunikation: Info-Veranstaltung für Bevölkerung.
Information der direkt betroffenen AnwohnerInnen mittels Informationsschreiben.
Presseorientierungen und diverse Berichte in der Lokalpresse.
Flyer zur Begegnungszone mit Angaben über die Verhaltensregeln und Parkierungsmöglichkeiten in der Umgebung.

Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Stellen: Durch die komplette Erneuerung des Strassenoberbaus mussten auch die unterirdischen Leitungen überprüft, instand gesetzt, ersetzt, erweitert oder ergänzt werden.
Hierzu wurden nebst den städtischen Betrieben (Wasser und Abwasser) die übrigen Werke für Elektrizität, Telekommunikation, Erdgas, etc. beigezogen. Ebenso wurden die Bedürfnisse der Stadtverwaltung in Bezug auf Erweiterung des EDV-Netzes, Installationen und Einrichtungen für Märkte und Veranstaltungen abgeklärt und mitberücksichtigt.

Unfälle / Erfolgskontrolle

keine Angabe

Planung / Realisierung

Stadt Bülach
Marktgasse 27/28
8180 Bülach
044 863 11 11
info.stadt@buelach.ch

Auskunft

Kontakt: Stadt Bülach
Marktgasse 27/28
8180 Bülach
044 863 11 11
info.stadt@buelach.ch

Bau und Umwelt
Hanspeter Gossweiler
Hintergasse 1
8180 Bülach
Tel. 044 863 15 08

Homepage der Gemeinde: http://www.buelach.ch

Kritische Erfolgsfaktoren, Schwierigkeiten

Während Planung und Umbau: Da es sich bei der Begegnungszone grösstenteils um den Kernbereich des alten Städtchens innerhalb der ehemaligen Stadtmauern handelt, waren von früher nur spärliche Unterlagen und Angaben über den Strassenuntergrund mit den bestehenden Leitungen, unterirdischen Bauwerken, alten Fundamenten, etc. vorhanden. Während der Bauarbeiten kamen daher verschiedentlich archäologische Funde wie Mauern, Kanäle, Brunnenstuben etc. zum Vorschein. Die Kantonsarchäologie dokumentierte die interessanten Funde und führte beim ehemaligen Obertor umfangreiche Grabungen durch, welche für sie Rückschlüsse auf den früheren Verlauf des Stadtgrabens mit dem Obertor zuliessen. Ein Freilegen und für die Nachwelt Sichtbarmachen war leider nicht möglich, da die Zufahrt zur Hauptachse des Städtchens gewährleistet werden musste und sich zu viele Werkleitungen in diesem engen Bereich kreuzten.

Das zum Vorschein kommen von verschiedenen bestehenden, bislang unbekannten, Leitungen bedingte laufende Abklärungen über deren Verlauf und ob sie noch in Betrieb waren.

Durch den Wegfall der Trottoirs und der Strassenentwässerung entlang dem Fahrbahnrandund statt dessen neu erstellten Mittelrinne veränderte sich das Quergefälle, was zusammen mit dem speziellen Unterbau für die Pflästerungen massive Auswirkungen auf die bestehende Fundation (teilweise Steinbett) hatte. Ein Ersatz der Fundationsschicht mit einem ungebundenen Kies-Gemisch war unumgänglich.

Die Zugänglichkeit zu den Liegenschaften mit den vielen Geschäften musste für die Bevölkerung jederzeit gewährleistet werden, trotzdem sollte die Bauzeit möglichst kurz sein und die Bauarbeiten möglichst immissionsarm ausgeführt werden.

Seit der Umsetzung: Nach der Testphase der Begegnungszone stellte sich heraus, dass die neue verkehrsrechtliche Regelung ohne bauliche Anpassungen weder bei den Fussgängern noch bei den Autofahrern die erhoffte Wirkung erzielte: Die Mehrheit der Fussgänger drängte sich trotz Vortritt und Tempo 20 nach wie vor den Trottoirs entlang. Speziell Kinder getrauten sich nicht, auf der Fahrbahn zu gehen. Zudem hielten viele Autofahrerinnen und Autofahrer die neue Tempo-20-Limite für eine unverbindliche Empfehlung.
Aus diesen Gründen wurden von der Kantonspolizei Zürich bauliche Korrekturen gefordert, um die Durchmischung von Fuss- und motorisiertem Verkehr zu fördern. Eine Massnahme war die Entfernung der Trottoirs.

Durch die Realisierung der Umgestaltung, das heisst mit dem Wegfall der Trottoirs, zeigte sich bei den ersten beiden Etappen, dass die Bevölkerung das Begegnungskonzept verstanden hat und die Altstadt belebt.

Aus diesen Gründen wurden von der Kantonspolizei Zürich bauliche Korrekturen gefordert, um die Durchmischung von Fuss- und motorisiertem Verkehr zu fördern. Eine Massnahme besteht in der Entfernung der Trottoirs.

Durch die Realisierung der Umgestaltung, das heisst mit dem Wegfall der Trottoirs, zeigte sich bei den ersten beiden Etappen, dass die Bevölkerung das Begegnungskonzept verstanden hat und die Altstadt belebt. Wenn nun noch die Parkplätze auf dem gepflästerten Surberplatz aufgehoben werden könnten, würde dies die Attraktivität der Altstadt zusätzlich steigern.

Kommentar von Seiten Fussverkehr Schweiz

Die ganze Altstadt ist eine Begegnungszone. An diversen engen Durchgängen ist für den motorisierten Verkehr Einbahn signalisiert, teilweise werden Plätze auch zum Parkieren verwendet.

Quellen, Literatur, Publikationen

Zürcher Unterländer, 10.2.2005: " In die Begegnungszone kommt Bewegung"
Zürcher Unterländer, 21.4.2004: "Sich ohne Randsteine einfacher bewegen"
"Begegnungszone Altstadt" Technischer Bericht , Kostenvoranschlag

Kontakt für Anregungen, Kritik, Fragen

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Kennzahlen

Verkehr

Kategorisierung Strasse:    Erschliessungsstrasse

Kennzahlen IV

DTV:    keine Angabe
Spitzenstunde:    keine Angabe
LW-Anteil:    keine Angabe
Velos:    keine Angabe
FussgängerInnen:    keine Angabe

Kennzahlen ÖV

ÖV in Zone vorhanden:    nein
Anzahl Linien:    keine Angabe
Anzahl Busse pro Tag:    keine Angabe

Geschwindigkeit

v50    17 km/h (km/h)
v85    22 km/h (km/h)

Parkierung

Anzahl PP:    95 (+ 4 PP für Behinderte)
Parkregime:    markierte Felder mit Bewirtschaftung

Überlagertes Verkehrsregime

Einbahn:    nein
Einbahn mit Velo im Gegenverkehr:    ja
Fahrverbot:    nein
Zeitliche Zufahrtsbeschränkung:    nein
Lastwagenfahrverbot:    nein
Anderes:    Die Einbahnregelung betrifft diverse enge Durchgänge

Temporegime ausserhalb Begegnungszone

     50 km/h

Typ der Begegnungszone

Wohnquartier:    ja
Geschäftsquartier:    ja
Schule:    nein
Bahnhof:    nein
Altstadtsituation:    ja
Anderer:    keine Angabe

Grösse

Länge in Meter:    600
Geschützte Bereiche ohne Fahrverkehr:    vorhanden

Kosten und Finanzierung

Planungs- und Baukosten:    Die Baukosten für die beiden realisierten Etappen (2006+2007) belaufen sich auf rund CHF 1.6 Mio. und rund CHF 1.0 Mio. für die noch anstehenden Etappen (2009+2010).

Pläne

 
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Bildergalerie

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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